»Lesen Sie weiter im Teil 2: Struktur, Strategie, Offener Kreis und Perspektiven
Das Netzwerk Cultura21 setzt sich für eine kulturelle Wende ein, die sich als Voraussetzung und Strategie für die dringend nötige sozial-ökologische Wende in der Gesellschaft versteht. Somit prägen zwei Ansätze das Selbstverständnis von Cultura 21: Auf der einen Seite die strukturelle Verbindung der Kultur mit dem Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development), auf der anderen Seite die Kultur in ihrer existenziellen und gestalterischen Bedeutung für die Gesellschaft und die Menschen.
Diesem hohen Anspruch will Cultura21 durch die Bildung einer gemeinsamen Plattform gerecht werden. Diese Plattform wird Akteure der freien Kultur, der Zivilgesellschaft und der (sozial-ökologisch orientierten) Wirtschaft unter sich und untereinander in Dialog bringen.
Die Zielgruppen des Netzwerkes werden wie folgt definiert:
Das Cultura21-Netzwerk bietet als gemeinsame Plattform folgende Vorteile:
Alle drei gesellschaftlichen Systeme (Kultur, Zivilgesellschaft, Wirtschaft) bestehen aus von Natur aus begrenzten Menschen, die sich gegenseitig brauchen. Sie leben gemeinsam auf diesem Planeten und haben keine zweite Erde zur Verfügung. Schon deshalb sollten sie gemeinsame sozial-ökologische Ziele und Visionen definieren, sich derer bewusst werden und sie gemeinsam verfolgen.
Die drei gesellschaftlichen Systeme sind Ausdruck verschiedener Kulturen, Erfahrungen und Kompetenzen. Sie können voneinander viel lernen, sich gegenseitig ergänzen und unterstützen, zum Beispiel in der ständigen Suche nach den besten Lösungen. Eine positive und offene Auseinandersetzung mit anderen Kulturen, Einstellungen und Perspektiven kann diesen Prozess nur unterstützen.
Eine Kultur, die kein Lebensprojekt werden kann, eine Kultur ohne Ressourcen, bleibt ein Kampf ohne Ziel, ein Traum, eine Abstraktion oder eine Flucht. Eine Zivilgesellschaft ohne Kultur kann die wahren Bedürfnisse der Menschen nicht sozialisieren und nicht politisieren. Eine sozial-ökologische Wirtschaft, die sich nicht auf eine neue Kultur und auf eine neue Politik stützt, findet nur wenige Kunden und viel Konkurrenz. Sie bleibt eine Ansammlung unterschiedlicher Unternehmen ohne gemeinsame Identität, die ständig gegen die Anpassung und Vereinnahmung kämpfen.
Wir brauchen alternative gesellschaftliche und wirtschaftliche Kreisläufe, die sich der aktuellen Uniformierung unter einem einzigen globalen Entwicklungsmodell widersetzen. Wir müssen Alternativen entwickeln, ausprobieren und praktizieren, für den Fall dass das neoliberale Entwicklungsmodell in eine kulturelle, soziale und ökologische Sackgasse führt. Diese Gefahr ist leider hoch.
Unsere Wirtschaft geht sehr verschwenderisch und zynisch mit Natur und mit Menschen um. Millionen sind arbeitslos, Kreativität und Räume werden nicht genutzt. Cultura21 setzt auf die menschlichen, kreativen und materiellen Ressourcen, die in unserer Gesellschaft frei stehen, nicht genutzt oder sogar ausgegrenzt werden. Unser "Markt" definiert sich durch die menschlichen Bedürfnisse, die diese Wirtschaft immer weniger befriedigt.
Der Druck auf viele Menschen, auf Kultureinrichtungen und auf Ökosysteme nimmt ständig zu, obwohl unsere Wirtschaft seit Jahrzehnten mehr als genug produziert. Netzwerke sind eine gute Strategie, nicht nur um diesen wachsenden und sinnlosen Druck und die damit verbundenen Ängste auszuhalten. Sie wandeln Konkurrenz in Kooperation um. Sie können Energien freisetzen und Synergien bilden, die die engen Rahmenbedingungen sprengen und erneuern. Netzwerke sind flexibel und offen, bieten aber eine soziale Sicherheit für ihre Mitglieder. Sie sind eine gute Basis für eine (gerechtere) Umverteilung von geistigen und wirtschaftlichen Kapazitäten. Sie bilden eine ständige Chance für individuelle und für gemeinsame Projekte.